BLACK Magazin, No. 28, Sommer 2002 / Germany (Patrick Ewering)

"Ostern im kleinen Dörfchen Calanda in Spanien ist kein Ostern, wie man es von hierzulande kennt. Ostern in Calanda ist die Zeit, in der sich ca. 3000 Einwohner der Dorfes zusammenfinden, und nach einem Moment der Ruhe urplötzlich für 36 Stunden ununterbrochen zu trommeln beginnen. Schön beschrieben ist dieses Ritual und die Hintergründe dazu auf der Innenseite des Digipaks dieser neuen CD von APOPTOSE, die sich demzufolge auch musikalisch eben diesem spanischen "Trommel-Event" widmet.
Nun, wie läßt sich diese CD beschreiben? Wahrscheinlich am einfachsten über die Symptome. Beim ersten Hören erschrickt man, als die ersten Trommelschläge die Stille durchbrechen. Beim zweiten Hören erkennt man die Rhythmen wieder und beginnt Songstrukturen auszumachen. Spätestens beim dritten Mal ist man dem Sound, der "Wirkung" dieser CD und dieses Events verfallen, und nach dem ungefähr zwanzigsten Hören kramt man den Atlas raus und sieht nach, wo Calanda genau liegt.
"Blutopfer" ist ein radikaler Wechsel, wenn man von APOPTOSEs "Nordland" ausgeht. Und trotzdem - uneingeschränkte Empfehlung (und selten war mir dieser Kaufbefehl so ernst, wie in diesem Fall)!"
Frank Lachmann

"Die letzte Veröffentlichung "Nordland" von APOPTOSE, welche gleichzeitig auch ein fulminates Debüt darstellte, liegt bereits einige Zeit zurück und so war ich gespannt auf das neue Album der Ein-Mann-Formation. Das neue Werk "Blutopfer" ist vom zunächst rein optisch ästhetischen Eindruck wieder mindestens so gelungen, wie "Nordland": Ein in violetten Farbtönen gehaltenes Foldout-Digipak mit erhaben gedrucktem Logo. Überraschung ist die CD selbst, die ebenfalls auf der Spielfläche komplett violett gehalten ist, wo ordinäre CDs silbern sind. 
Musikalisch ist "Blutopfer" als Konzeptalbum rund um die österliche Feier in dem kleinen spanischen Ort Calanda angelegt, in der die Ortsansässigen ein religiöses Ritual begehen, welches in einer 36stündigen Trommlerprozession gipfelt. Alle Titel dieser CD wurden unter extensivem Gebrauch von originalen Aufnahmen des Autors dieser rituellen Trommelei erstellt und so ist leicht einsehbar, dass die Musik ein wenig andere Wege geht, als auf "Nordland". So besteht die Musik überwiegend aus teils recht monotonen, teils variableren getrommelten Rhythmen, welche von einigen atmosphärische Klängen ummantelt werden. Klar im Vordergrund stehen aber jeweils ganz klar die Trommeln. Auf einigen Tracks sind auch Stimmen von Menschen zu vernehmen, welche den authentischen Anstrich der Aufnahmen unterstreichen. Die gesamte Musik ist - wie bei "Nordland" auch - komplett instrumentell gehalten. Definierte Stimmsamples oder Vocals fehlen komplett. 
Die gesamte Atmosphäre dieses Albums ist dabei sehr seltsam und schwer zu beschreiben; definitiv sagen kann ich, dass man sich schon sehr merkwürdig fühlt, wenn man zu dieser Musik an einem schönen Sommertag mit seinem portablen Musikspieler herumläuft... Auf jeden Fall ein Werk mit einen sehr interessanten Konzept, bei dem es schwer fällt, musikalische Vergleiche zu ziehen. Am besten einfach mal selbst reinhören..." 

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