Ironflame website / Germany, 2000

"Um es gleich vorweg zu nehmen: diese Platte ist so großartig und einzigartig und neuartig, dass es beinahe keinen Sinn hat, Worte zu schmieden und die Weite und den Effekt damit doch nur wieder beim Leser und späteren Hörer einzugrenzen. Der Macher selbst folgte schließlich auch dem einzig wahren Weg und verzichtet auf jegliches textliches Beiwerk: über seine Person erfährt man gar nichts und außer den Songtiteln schmücken lediglich einige Naturfotos nordischer Kultstätten, deren Vergangenheit und Importanz der Musiker übrigens nicht ganz so religiös betrachtet wie viele seiner Kollegen, das sehr hübsch und ansprechende Digipak-Cover, das zusätzlich mit einem kaum wahrmnehmbaren Prägedruck aufwartet. Zur Musik möchte ich hier, wie schon eingangs erwähnt, so wenig Worte wie möglich verlieren, nur soviel: die Musik ist tatsächlich völlig frei von sonst genretypischen negativen oder pessimistischen Elementen, in allem schwingt vielmehr eine mystische Sehnsucht und gleichzeitige Erfüllung mit, die unendlich viel Raum für eigene Interpretationen, nein vielmehr für Träume und Reisen im Geiste schafft, die unweigerlich beim Hören in des Hörers Kopf sich auftun. In der Musik der 80er Jahre gab es ganz seltene und sehr kurze, teils nur Sekunden andauernde musikalische Momente (etwa bei Yello, In the Nursery, Philipp Glass, Omala, Clan of Xymox), die einen hoffen und fantasieren ließen, einmal eine gänzlich ausgereifte Version dieser noch vagen Andeutungen erleben zu dürfen. Apoptose erfüllt die längst vergessenen Wünsche nun und übertrifft alle Erwartungen und sich selbst dabei um ein vielfaches! Bei Cold Meat Industry wollte man die Platte nicht haben und man kann nur froh sein, dass "Nordland" nun beim selben Label erscheint, dass auch weitere "ruhige" Ausnahmewerke von Künstlern wie Asmorod und LJDLP veröffentlicht hat. Im Programm der Schweden wäre der Blick kein freier gewesen, hätte aller Death Industrial und Black Ambient, die freie Sicht auf dieses kristallklare Produkt verhindert, das in seiner Konsequenz die Natur des nordischen Europas so authentisch vermittelt, wie dies bisher nur ein Hilmar Örn Hilmarsson vermochte!"

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